Ein weiterer toller Flirt-Blog
Frau-sucht-Mann

Wenn die Liebe nicht endet / Die schöne Helena. Zwei abenteuerliche Liebesromane. [Broschiert]

Am nächsten Morgen war Angela heftig erkältet, aber sie weigerte sich, im Bett zu bleiben. Ein Taschentuch vor die Nase gepreßt, lief sie durch die Gänge von St. Benedicta, gefolgt von Margaretha, die ihr schuldbewußt jeden Handgriff abzunehmen versuchte. Es tat ihr entsetzlich leid, daß Angela krank geworden war, doch sie wünschte sich keinen Augenblick des vergangenen Abends ungeschehen.Clara war zutiefst beleidigt, denn sie war fest davon überzeugt, daß Margaretha ihr nicht die Wahrheit gesagt hatte und sich mit Angela gegen alle übrigen verschwor. Sie nahm sich vor, nie wieder ein Wort mit ihrer Freundin zu sprechen, doch zu ihrem Kummer bemerkte es Margaretha überhaupt nicht. Ihre Augen blickten gänzlich abwesend drein, als sei sie mit ihren Gedanken nicht auf dieser Erde.Als der Abend kam, wurde sie noch unruhiger. Sie besprach sich mit Angela.“Die anderen werden merken, daß ich nicht im Schlafsaal bin“, sagte sie, „ich weiß, ich verlange viel, aber könntest du ihnen erzählen, ich sei bei Schwester Antonie, um etwas mit ihr zu besprechen?““Ich finde wirklich nicht gut, was du tust“, erwiderte Angela mit ihrer verschnupften Stimme.“Bitte, Angela!““Nun gut. Aber bleib bitte nicht zu lang.““Nein, natürlich nicht. Danke.“Nach der Abendmesse, als alle der Oberin eine gute Nacht gewünscht hatten, gelang es Margaretha in einem unbeobachteten Moment, in den Garten hinauszuschlüpfen. Es war schon recht dunkel und sie empfand es als seltsam, über die vertrauten Wege zu gehen, auf denen sie noch vor wenigen Stunden mit ihren Freundinnen spaziert war. Sie lief durch den ganzen Garten, ohne jemanden zu treffen, und eine entsetzliche Angst stieg in ihr auf, er könne sie vergessen haben oder niemals ernsthaft an ihr interessiert gewesen sein. Aber dann war er da, so unerwartet wie am Abend zuvor. Er trat aus dem Schatten der Bäume auf sie zu und schloß sie in die Arme. Heute kam ihr das schon beinahe vertraut vor. Sie fühlte sich großartig, als sie Arm in Arm über die Wiesen schlenderten. Dies alles schien so aufregend, weil es dunkel war und sie heimlich hinauslaufen mußte, weil sie etwas tat, was die anderen nicht wagten.In den wenigen Stunden ihres Zusammenseins erzählte ihr Richard viel von sich. Er stammte aus einer reichen böhmischen Adelsfamilie, deren Mitglieder seit der Reformation überzeugte Lutheraner waren. Sie hatten immer für die Unabhängigkeit Böhmens vom habsburgischen Herrscherhaus gekämpft, im Gegensatz zu den anderen vornehmen Familien, die sich trotz der Glaubenskonflikte an die Habsburger hielten, weil sie sich von ihnen Schutz vor den Calvinisten im eigenen Land versprachen. Böhmen war klein, zu viele Familien teilten sich zu wenig Land, und die Calvinisten fielen immer wieder durch höchst kämpferisch hervorgebrachte Gebietsansprüche auf. Immerhin, die Glaubensfreiheit war allen Böhmen durch ein Edikt des Kaisers Rudolf II., den Majestätsbrief, zuerkannt worden. Doch schon Rudolfs Nachfolger, Kaiser Matthias, zeigte Neigung, gegen Bestandteile des Majestätsbriefes zu verstoßen, wenn er es auch nie wirklich wagte. Als aber bekannt wurde, daß dem kinderlosen Kaiser Matthias der Erzherzog Ferdinand von Steiermark auf den Thron folgen würde, empörte sich der gesamte böhmische Adel. Ferdinand war Katholik mit despotischen Neigungen, und Toleranz trauten ihm die mißtrauischen Böhmen nicht zu.“Wir hätten möglicherweise seine Wahl verhindern können“, berichtete Richard, „aber wir waren untereinander zu uneinig. Lutheraner, Calvinisten, fanatische Nationalisten – es gab keine einheitliche politische Linie. Und wir hatten den unfähigsten Führer, den man sich vorstellen kann. Graf Thurn, der nur mit dem Mund groß war!“
— Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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